Lebensweise
Der Maulwurf gehört zu den wenigen Säugetiere, die unterirdische Lebensräume erschließen können. Um seinen hohen Energieverbrauch beim Graben seiner riesigen Röhrensysteme auszugleichen, benötigt er verhältnismäßig viel Nahrung. Als Einzelgänger geht er Artgenossen aus dem Weg, nur zur Fortpflanzung treffen die Tiere aufeinander.
Leben im Tunnelsystem
Auf mehreren Tausend Quadratmetern können sich die weit verzweigten Röhren erstrecken und haben einen Durchmesser von etwa 5 cm, was der Körperbreite der Maulwürfe entspricht. Je nach Bodenbeschaffenheit und Jahreszeit liegt das Röhrensystem 10 bis 100 cm tief im Boden. Hauptsächlich dienen die Tunnel als Jagdgänge, die der Maulwurf auf der Suche nach Beutetieren durchstreift. Es werden aber auch gute ausgepolsterte Schlafkammern und „Kinderzimmer“ angelegt. Mit seinen Analdrüsen setzt der Mauwurf Duftmarken, um sein Revier zu markieren. In den Randgebieten kommt es durchaus zu Überlappungen, die Tiere gehen dann aber zu unterschiedlichen Zeiten auf die Jagd, um nicht aufeinander zu treffen. Die bereits erwähnten Lüftungsschächte werden alle fünf bis sieben Meter angelegt.
Jagd [&] Beute
Auf dem Speiseplan des Maulwurfes steht ausschließlich Nahrung tierischen Ursprungs. Er jagt Regenwürmer, Insekten und ihre Larven, Schnecken sowie kleine Wirbeltiere. Um seinen hohen Energieverbrauch decken zu können, benötigt er im Schnitt 85 % seines eigenen Körpergewichts an Nahrung. Alle drei bis vier Stunden durchstreift er seine Gänge, die quer angelegt sind, im Gegensatz zu den sich auf und ab bewegenden Beutetieren. Auf den Patrouillen durch seine Gänge, fallen sie dem kleinen Räuber sozusagen vor die Füße. Durch seinen rasanten Stoffwechsel hat er ständig Hunger und würde nach nur zehn Stunden ohne Nahrung verhungern. Im Winter legt der Maulwurf Vorratskammern an. Dafür beißt er erbeuteten Regenwürmern in den Kopf, damit sie zwar am Leben bleiben, aber nicht mehr fliehen können. Bis zu zwei Kilo „Frischfleisch“ hortet er auf diese Weise für die entbehrungsreiche Jahreszeit.
Fortpflanzung
Maulwürfe paaren sich von Ende Februar bis Anfang März. Die Weibchen warten in ihren Schlafnestern und locken die Männchen mit einem anhaltenden Glucksen an. Nach erfolgreicher Paarung dauert es etwa vier Wochen, bis vier bis fünf blinde und nackte Jungtiere zur Welt kommen. Die neugeborenen Maulwürfe wiegen gerade einmal vier bis fünf Gramm. Die Mutter säugt ihre Nachkommen die nächsten fünf Wochen in einer extra ausgepolsterten Nestkammer, der Vater ist nicht an der Aufzucht beteiligt. Nach etwa zwei Monaten werden die Kleinen selbstständig und von der Mutter vertrieben. Sie machen sich nun auf die Suche nach einem eigenen Revier, eine sehr gefährliche Zeit für die jungen Tunnelgräber. Sie werden oft von Konkurrenten vertrieben und geraten an die Oberfläche, wo schon Greifvögel oder Raubsäuger auf sie warten.