Lebensweise
Iltisse sind Einzelgänger und dulden nur in der Paarungszeit einen Partner. Sie bevorzugen Lebensräume mit vielen Versteckmöglichkeiten in der Nähe von Gewässern. Ihre Streifgebiete umfassen zehn bis 150 Hektar und überlappen sich meistens. Beobachtungen sind eher selten, da die kleinen Räuber dämmerungs- und nachtaktiv sind und die restliche Zeit schlafen.
Rückzugsorte
Geeignete Lebensräume für den Iltis sind etwa Feldgehölze, Hecken und Waldränder, bevorzugt in Wassernähe. Die kleinen Räuber mögen die Ufer von Teichen, Bächen und Gräben, suchen ihr Versteck aber auch in Sumpfgebieten oder auf Feuchtwiesen. Darüber hinaus ist der clevere Kulturfolger in Siedlungen, Scheunen und sogar Gärten anzutreffen. Tagsüber schlafen die Iltisse gerne in Reisighaufen, Wurzelhöhlen, Baumstämmen oder auch verlassene bauten von dachsen oder Füchsen.
Jagd [&] Beute
Als nachtaktiver Jäger stöbert der Iltis in der Dunkelheit durchs Unterholz und frisst praktisch alles, was er kriegen kann. Auf seinem Speiseplan stehen Kaninchen, Amphibien, Reptilien, Vögel und deren Gelege, Aas oder Fisch. Auch vor Beeren und Obst macht er nicht halt. Klettern gehört nicht zu den Stärken des Iltisses, dafür ist er ein ausgezeichneter Schwimmer. Besonders bekannt ist er für das Anlegen von Vorratskammern, in welchen schon über 100 Frösche oder Kröten entdeckt wurden. Um Frösche von ihrer Schleimschicht zu befreien, rollt der kluge Iltis sie vor dem Fressen im Sand umher.
Paarungszeit
Mit neun Monaten werden Iltisse geschlechtsreif und auf Grund der hohen Jungensterblichkeit liegt das Durchschnittsalter bei weniger als einem Lebensjahr. Auf der Suche nach einer Fähe (weiblicher Iltis), streifen die Männchen während der Ranzzeit weit umher und verlieren dadurch enorm an Gewicht. Beim Geschlechtsakt, greift das Männchen das Weibchen im Nacken und hält es damit ruhig. Nach 42 Tagen bringt die Fähe vier bis sieben blinde Junge in einem sicheren Versteck zur Welt. Nach drei Wochen öffnen die Jungtiere erstmals die Augen, haben zeitgleich den ersten Fellwechsel und können dann bereits feste Nahrung zu sich nehmen. Das Gewicht der Mutter erreichen sie etwa nach drei Monaten.